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Ein König zum Knuddeln

Carsten Thumulla
17. September 2012

Deutschland hat wieder einen König, einen König mit dem bürgerlichen Namen Peter Fitzek.

Der in den ersten Morgenminuten des 16.9.2012 gekrönte Peter Fitzek möchte Deutschland ein guter König sein. Er fordert mehr Liebe unter den Menschen und in der Gesellschaft, eine Forderung, die bestimmt von vielen Menschen Zustimmung erhalten wird. Vor einigen Jahren begann er mit dem Aufbau neuer gesellschaftlicher Strukturen. Eine seiner Prämissen ist, nicht gegen etwas zu sein, sondern nur für etwas, nichts zu bemeckern, nicht zu bremsen oder zu verhindern, sondern nur aufzubauen. Dafür suchte er sich ein Volk von Tätern, denn Schwätzer braucht man nicht zu suchen, und konzentrierte sich auf den Neuaufbau, genannt NeuDeutschland.

In einer Art Pilotanlage entsteht in Wittenberg ein neues Deutschland, beginnend mit Einem Neuen GELd, dem ENGEL, einem Regionalgeld, mit einer Kooperationskasse, einer Gesundheitskasse, dem Lichtzentrum Wittenberg – es ist zu befürchten, daß da noch einiges nachkommt – für den neuen Staat. Diese Konstruktion aus Vereinen und Stiftungen ist die Grundlage, die gebraucht wird, um neue Strukturen zu bauen und sich aus der bestehenden Ordnung des noch besetzten Deutschland zu lösen.
Informieren kann man sich dazu auf: http://NeuDeutschland.org

Wittenberg? Da war doch was? Zufall oder nicht, Deutschland sollte schon mal vorgewarnt sein, bei dem Namen Wittenberg.

Nun beginnt als nächste Phase der Aufbau eines neuen Staates auf dem Grundstück des ehemaligen Krankenhauses in Apollensdorf, westlich von Wittenberg. Der Staat wurde am 16.9.2012 von acht freien Bürgern gegründet, die auch gleich einen von ihnen zum König wählten. Da vermutlich keiner von ihnen so gut im Training stand wie Peter, muß dieser jetzt, als gelernter Koch, die Suppe auslöffeln, die er eingerührt hat, und regiert als erster König von Deutschland im neuen Staat. Jedenfalls hat Peter Fitzek seinen Rio Reiser gut studiert und verinnerlicht. Ob es nur um eine Kneipenwette ging oder ob er wirklich ein Zeichen für Deutschland setzen will werden wir ja in den nächsten Monaten sehen.

Wenn es ernst wird mit der neuen Gesellschaft sollen die Vorzüge einer göttlichen Ordnung zur Geltung kommen. Dabei kommt es anscheinend nicht darauf an, ob viele Geister regieren oder ob ein alleinherrschender Gott das Regiment übernimmt. Vielleicht ist das auch ein Ausdruck von Freiheit, der Ausdruck von Gewissensfreiheit.

Daß aber Gedanken Realität schaffen sollen ist eine befremdliche Vorstellung. Ja, Gedanken schaffen Realität, Lebewesen gestalten ihre Umgebung nach ihren Wünschen, sie sind nicht passiv, sie wirken auf ihre Umgebung ein. Aber auch die Widerspiegelung der Realität in ihnen hängt von Gedanken ab, von ihrer individuellen Sicht, ihrer Einstellung zu dieser Realität. Eine optimistische Einstellung läßt vielleicht ein neues Deutschland entstehen – schaun mer ma.

Zum Zwecke des wirtschaftlichen Aufbaus, zur Ankurbelung des Exportes, zum Zwecke der Konvertierbarmachung des ENGEL befinden sich einige Projekte in der Warteschleife, beispielsweise neuartige Motoren, Akkumulatoren und eine Pyrolyseanlage. Daß das ehrwürdige Universum von seinem liebsten Grundsatz, der Erhaltung der Energie, für König Peter Ausnahmen zu machen gedenkt, wage ich zu bezweifeln. Nun, warten wir es ab. Die Entwicklungsgesetze werden es richten. Ob Gott oder Natur, die Sturheit ist eingebaut, was nicht geht, das geht eben nicht.

Da ein Staat auch internationale Beziehungen braucht und pflegen muß bemüht sich König Peter, der wohl der erste Monarch dieses Namens in Deutschland ist, schon mal um Kontakte zu Paraguay, Kasachstan und Montenegro. Das wird den friedlichen Übergang vom bestehenden System unterstützen. Immerhin ist er ohne Raubkriege zur Königswürde gelangt.

König Peters Bemühungen um Deutschland haben leider einen ernsten Hintergrund, wie jeder erkennen kann, der sich über den völkerrechtlichen Zustand von Deutschland und über die derzeitige Entwicklung, in die uns die Machtverhältnisse treiben, informiert. Daß aber ein König sich die Fahne einer bürgerlichen Revolution, noch dazu in der schon lange verschollenen Originalausführung, gelb oben, zueigen macht, setzt dem Faß die Krone ins Gesicht, ebenso, wie ein König, der sich und seine Bürger befreien will. Vielleicht wurde er auch aus Enttäuschung über die FDP, in der er einige Zeit tätig war, zum radikalen Liberalen.
Wie dem auch sei, ein radikal liberaler König, der zum Ziel hat, sich und seine Bürger zu befreien, das ist doch endlich mal etwas Neues.

Nunja, eine liberale Monarchie, das hat was, daran kann ich mich wohl gewöhnen. Dann hat vielleicht das ewige Gerede von der Alternativlosigkeit ein Ende – und wir hätten einen neuen Anfang.

Warum aber haben uns unsere gewöhnlich gut informierten und gewöhnlich etwas selektiv informierenden Medien die Krönung des Königs vorenthalten? Darüber muß ich erst nochmal nachdenken.

Er ist ein König, der neben Gott, Mensch und Verantwortung auch Liebe und Humor groß schreibt, kurz gesagt, ein König zum Knuddeln.


Carsten Thumulla

Roßlau, den 17.9.2012

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