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Der kleine Duden - Deutsche Grammatik

Als ein neues Exemplar von Duden liegt mir eine kleine “Deutsche Grammatik” [1] vor. Ein Werk, das man wegen seiner gestrafften Form begrüßen sollte, zumal man eine bessere Übersicht - all der ausufernden Internet- Belege und mündlich überlieferten Beispiele entkleidet - vorfindet, als sie die große Dudengrammatik bietet.

Auch hier wird eine ausführliche Betrachtung über die Entwicklung und Gliederung der deutschen Sprache, die Funktion von Grammatik, die Aussprache und Schreibung vorausgeschickt.

Offenbar ist die deutsche Sprache so in der Diskussion und in der Kritik, dass selbst eine Grammatik, die als Nachschlagewerk vornehmlich der Überprüfung von Sprachrichtigkeit dient, sich zu Betrachtungen über Sprachverfall und Sprachgeschichte, über Erscheinungsformen der Sprache, Dialekte, Fach- und Sondersprachen, genötigt sieht.

Im Kapitel über Konjunktivformen wird angeregt, würde-Formen wegen ihrer Schwerfälligkeit zu vermeiden, es sei denn, die eigentlich korrekten Konjunktiv-Formen seien ungebräuchlich oder missverständlich.

Dazu findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung zweier Ausdrucksmöglichkeiten, deren eine mit einem freundlchen Icon, die andere hingegen mit einem mißmutigen versehen ist. Diese Icons dienen auch an anderen Stellen als Kürzel für die jeweils angemessene Ausdrucksweise:

(Das Folgende, S. 138, hat man sich in einer nebeneinander angeordneten Tabelle vorzustellen.)

:-(

Wenn du dich darum gekümmert hättest, wäre das nicht passiert.
Er wäre immer noch nicht fertig, wenn wir ihm nicht geholfen hätten.

:-)

Wir würden immer noch nicht fertig sein, wenn wir ihm nicht geholfen haben würden.
Wenn du dich darum gekümmert haben würdest, würde das nicht passiert sein.

Ist - wie ich vermute, die Tabelle seitenvertauscht worden? Ich kam jedenfalls ins Grübeln, Blättern und Vergleichen. In einem theoretischen und anspruchsvollen Werk, einer Grammatik, scheinen mir auch Emoticons fehl am Platz zu sein.

Dennoch - diese leicht handhabbare Ausgabe der deutschen Grammatik ist genau richtig, um aktuelle und klassische grammatischen Fragen aufzufinden und zu lösen.

Lediglich das Stichwortverzeichnis ist dem Umfang des Buches entsprechend weniger ausführlich. Man muss also schon über grammatische Vorbildung verfügen, wenn man sich an das Auffinden eines Problems begibt.

All die ausufernden Belege, die in der ausführlichen Ausgabe versammelt sind, scheinen mir nur bedingt tauglich, denn gerade mündliche- und Internet-Zitate sind Wandlungen und Zufällen unterworfen und werden schon allzubald überholt und unnütz sein.

[1] Der kleine Duden - Deutsche Grammatik, Mannheim 2009

Gunhild Simon
17.04.2009

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