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Morgen - ex oriente lux

Der Morgen ist der anbrechende Tag. Seinen indogermanischen Wurzeln nach geht das Wort zurück auf die Bedeutung *mer-, flimmern, schimmern. Letztlich ist damit Dämmerung gemeint.

Seit dem 15. Jahrhundert bedeutet es auch Osten, die Himmelsrichtung der aufgehenden Sonne. Daher versteht man unter dem Morgenland den Orient, unter der Levante, dem italienischen Wort für den Sonnenaufgang, die Mittelmeerländer, die östlich Italiens, also die Küsten Kleinasiens, Syriens, des Libabons und Ägyptens bis zum Euphrat und Nil, gelegen sind.

Das Adverb morgen für den kommenden Tag, althochdeutsch und mittelhochdeutsch morgane ist der adverbiell erstarrte Dativ Singular mit der Bedeutung “am Morgen des folgenden Tages”.

Morgen hat noch eine andere, veraltete Bedeutung: Es ist ein Stück Land zwischen 2500 und 3600 Quadratmetern. Eine variable Größe. Das hängt damit zusammen, dass die Bedingungen der Landbearbeitung von Gegend zu Gegend unterschiedlich sind. Ein Morgen Land ist soviel, wie ein Mann mit einem Gespann an einem Morgen, also einem früh beginnenden Arbeitstag, pflügen kann. Diese Verbindung zwischen Größe und Arbeitszeit ist sehr anschaulich. Das zeigt auch die Bezeichnung “Tagwerk Land”, wie sie Thomas Mann in dem Roman “Doktor Faustus” der bayerischen Bäuerin Else Schweigestill in den Mund legt.

Gunhild Simon
19.04.2009

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