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Planten un Blomen in Hamburg - ökologische Nischen in Uferzonen

Was Manhatten der Central Park, das ist Planten un Blomen für Hamburg. Der botanische Garten war einst der Platz einer Bundesgartenschau. Das ist eine gärtnerische Verpflichtung.

Es gibt da einen Bach, der windet sich wieselflink in einem schmalen, steinigen Bett, gesäumt von mächtigen Felsblöcken, die schon Eiszeitströme abgeschliffen haben. Murmelnd springt er über Stufen, quirlt und schäumt zwischen bemoosten Steinen, verbreitert sich zu ruhigen Buchten, in denen Algen träge wedeln, weiße Miniaturstrände bespülend, um wieder jäh abfallend einer neuen Biegung zuzustreben und sich zwischen krautigen Böschungen zu verlieren.

Dem aufmerksamen Blick verraten sich jedoch die Kieselsteine als festgefügt, die Felsblöcke als von starken Baggern planvoll plaziert und der muntere Quell als einer künstlichen Quelle entsprungen, versteckt in einem Haufen kunstvoll aufeinander geschichteter Felsbrocken. Am Fuße des Abhangs, wo das Gefälle sich verliert, scheint das Wasser im Seichten zu versickern. Hier wird es unsichtbar in nimmermüdem Kreislauf nach oben gepumpt. Versagt die Pumpe, versiegt die Quelle, trocknet das zierliche Flussbett aus. Das kann man öfter im Winter bei Frost beobachten. Dann ist die Pumpe abgeschaltet.

Jetzt aber, im Sommer, blüht es buntgemischt am Bachufer. So sorgfältig die Gärtner ihre Staudenbeete ringsum von ungebetenen Eindringlingen freihalten und jeder Art einen Platz angewiesen haben, so schießen hier wilde Sumpfblüten ins Kraut. Da stehen Wasserlilien, Klappertopf und Blutweiderich mit den Füßen im Wasser, umringt von Mädesüß, Sumpfweidenröschen und Wasserdost. Dazwischen leuchtet das Unschuldsblau der Vergissmeinnicht. Und darüber schwirren in scharfem Zickzack schillernde Libellen.

Gunhild Simon
9.07.2008

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